TALKS

TEJO REMY

Mit Tejo Remy begrüßen wir einen der ganz großen niederländischen Gestalter von internationaler Bedeutung als Gast der Vortragsreihe „Gestaltungsfragen“. Er wird am 21. Juni um 18 Uhr im Auditorium des SANAA-Gebäudes über sein Verständnis von Gestaltung sprechen.

Veenhuizen_Remy

1993 konnte Tejo Remy drei der insgesamt vier Arbeiten seines Studien-Abschlussprojektes in der legendären ersten Droog-Ausstellung auf dem Mailänder Salone del Mobile zeigen. Die drei ikonischen Entwürfe Chest of Drawers („You can’t lay down yor memory“), Milk Bottle Lamp und Rag Chair gehören seit dieser Präsentation zu den berühmtesten Designentwürfen der jüngeren Vergangenheit. Nach landläufiger Meinung gilt er noch immer als einer der Protagonisten des Autorendesigns, das seit den 1990er Jahren für die viel beschworene Annäherung von Kunst und Design in Anspruch genommen wird. Heute, da sich diese Schlagwortvokabel als fruchtlose Worthülse erwiesen hat, lässt sich weiterhin nicht an Remys Bedeutung zweifeln, nur zeigt sich diese weitaus vielschichtiger.

Imacon Color Scanner

Dass Design vor allem eine kommunikative und soziale Praxis ist, hat kein Gestalter der letzten 25 Jahren konsequenter zu seinem Thema gemacht als Tejo Remy. Seine radikal konzeptionellen Arbeiten versuchen, die seit der Moderne allerorten anzutreffende Entfremdungserfahrung zu überwinden. Die bedingungslose Befragung des Materials in materieller wie auch in semantischer Perspektive erlauben ihm, die selbstverständliche Nähe zu den uns nur scheinbar so vertrauten Dingen im Gebrauch neu zu überdenken. In Ateliergemeinschaft mit René Veenhuizen hat er in den vergangenen Jahre immer wieder große Interieurs gestaltet: beispielsweise für das Besucherzentrum des Rietveld Schröder Hauses und das Nijntje Museum in Utrecht, das der in Deutschland unter dem Namen Miffy bekannt gewordenen Hasenfigur von Dick Bruna gewidmet ist.

1991 Mlkbottle Lamp

1991 beendete Tejo Remy (*1960) sein Studium an der Hogeschool voor de Kunsten (HKU) in Utrecht. 2000 gründete er zusammen mit René Veenhuizen (*1963) das in Utrecht beheimatete Atelier Remy & Veenhuizen. Werke der beiden sind in allen großen internationalen Design-Sammlungen vertreten.

Dem kostenfreien, englischsprachigen Vortrag folgt eine gemeinschaftliche Diskussion. Das Institut für Kunst- und Designwissenschaft widmet sich in Forschung und Lehre der Designwissenschaft als noch immer junge wissenschaftliche Disziplin. Es versteht sich als dialogische Plattform eines kritischen Diskurses über Gestaltung in historischer wie zeitgenössischer Perspektive. Unter dem Titel „Gestaltungsfragen“ laden wir von Mai 2016 an Gestalterinnen und Gestalter, um mit ihnen den Begriff der Gestaltung neu zu denken. Weitere Informationen finden sich auf der Homepage des Institus für Kunst- und Designwissenschaft.

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