TALKS

Aldo’s Web of Playgrounds

Anna van Lingen und Denisa Kollarová aus Amsterdam sind die ersten Rednerinnen der Vortragsreihe „Gestaltungsfragen“ des Instituts für Kunst- und Designwissenschaft

 Der englischsprachige Vortrag findet im SANAA-Gebäude auf dem Campus Zollverein der Folkwang Universität der Künste statt und beginnt am 3. Mai 2016 um 18 Uhr. Dem Vortrag folgt eine gemeinschaftliche Diskussion.

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Mit seinen Spielplätzen hat der holländische Architekt Aldo van Eyck (1918-1999) die Kindheit von unzähligen Heranwachsenden in Amsterdam geprägt. Im städtischen Auftrag entwarf er zwischen 1947 und 1978 weit über 700 Spielplätze. Das reduzierte, archetypische Formenvokabular ihrer Spielgeräte stimuliert bis heute die Imagination und Kreativität von Kindern. Er fasste seine Kinderspielplätze als selbstverständlichen Teil des Stadtkörpers auf, womit er das urbanistische Ideal der europäischen Stadt grundlegend erweiterte. Ökonomischer Druck, die hohe Nutzungsintensität, aber auch fehlendes ästhetisches und gestalterisches Gespür haben die meisten Spielplätze überformt oder vernichtet. Nur einige wenige sind heute in ihrer ursprünglichen Konzeption erhalten.

Anna van Lingen und Denisa Kollarová haben sich in einer langjährigen Recherche als zeitgenössische Stadtarchäologinnen auf die Spur von Aldo van Eycks Spielplätzen gemacht. In dem jüngst erschienenen handlichem Reiseführer „Aldo van Eyck. Seventeen Playgrounds“ (Lecturis) führen sie zu 17 erhaltenen Spielplätzen im Innenstadtbereich von Amsterdam. Mit jedem einzelnen Spielplatz erschließen sie ein neues Gestaltungsprinzip und offenbaren damit zugleich Aldo van Eycks zutiefst humanistisches Verständnis von Architektur.

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Denisa Kollarová studierte an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam. Ihr Interesse als Künstlerin, Autorin und Ausstellungsmacherin gilt vor allem Ruinen, öffentlichen Räumen, sozialer Architektur, Stadtplanung und utopischen Stadtkonzeptionen. Ihre neuesten Projekte sind Under My Own Construction of Ruins und Migration of Form. Sie lebt und arbeitet in Amsterdam.

Anna van Lingen hat ihr Studium ebenfalls an der Gerrit Rietveld Academie abgeschlossen. Als freie Grafikdesignerin beschäftigt sie sich in künstlerischen Buch- und Fotoarbeiten wie Amsterdam 1855-2013 und Tussentijds mit Themen aus Architektur und Urbanismus, vor allem dem Altern von Städten und Gebäuden. Gemeinsam mit Denisa Kollarová forscht sie über das kindliche Spiel und seine Orte. Sie lebt und arbeitet in Amsterdam.

Das Institut für Kunst- und Designwissenschaft widmet sich in Forschung und Lehre der Designwissenschaft als noch immer junge wissenschaftliche Disziplin. Es versteht sich als dialogische Plattform eines kritischen Diskurses über Gestaltung in historischer wie zeitgenössischer Perspektive. Unter dem Titel „Gestaltungsfragen“ laden wir von Mai 2016 an Gestalterinnen und Gestalter, um mit ihnen den Begriff der Gestaltung neu zu denken. Weitere Informationen finden sich auf unserer Homepage. Neben den dort angekündigten Vorträgen werden wir in diesem Sommersemester (am 21.06.) noch Tejo Remy zu Gast haben.

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Am 4. Mai veranstalten wir zusammen mit Anna und Denisa den Ersten Folkwang Feldforschungstag. Hier wird es um die Spielplätze in Essen gehen. Um 11 Uhr haben wir einen Vor-Ort-Termin mit Andreas Bergknecht von Grün und Gruga auf dem Spielplatz in der Grünen Mitte Essen ausgemacht. Wer mag, fühle sich auch dazu herzlich eingeladen.

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