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Projekt Feature – KEEP

KEEP von Johannes Kunz

Für die Herstellung von Elektronikprodukten werden Unmengen unserer knappen Ressourcen verbraucht – und ihre Lebenszyklen werden immer kürzer. Elektronikschrott bildet schon jetzt – mit jährlich 40 Millionen Tonnen – den am schnellsten anwachsenden sortenreinen Müllberg. Ein einzelnes Elektrogerät besteht aus bis zu 60 verschiedenen chemischen Elementen, von denen aber nur die wenigsten wieder rückgewonnen werden können.

Das Ziel von KEEP ist daher, Elektronikprodukte, die man eigentlich gerade aussortieren und ersetzen wollte, wieder attraktiv zu machen. Dabei konzentriert sich das Konzept auf Audiogeräte im Wohnbereich, da sich diese hinsichtlich der Klangqualität und des Energieverbrauchs schon seit einigen Jahrzehnten auf einem konstanten Level befinden.

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KEEP ist ein Bausatz, der individuell online zusammengestellt und an die eigenen Anforderungen an das Musikhören sowie an die bereits im Haushalt befindlichen Geräte angepasst werden kann. KEEP übernimmt die Rolle eines Moderators zwischen diesen Geräten und stellt sie in einen neuen Sinn- und Nutzungszusammenhang. KEEP besitzt eine frei programmierbare Steuerelektronik, die die Wünsche des Nutzers entgegennimmt und sie in die Sprache der einzelnen Audiogeräte übersetzt. Hierbei kommt die Tatsache zugute, dass fast alle Audiogeräte über Infrarotfernbedienungen ansteuerbar sind, deren Befehle leicht ausgelesen und reproduziert werden können.

So lassen sich alte Geräten mit einer neuen, einfacheren und bedürfnisorientierteren Bedienstruktur versehen. Die Grundfunktionen können intuitiv von der zentralen Konrolleinheit des Gerätes aus gesteuert werden. Hier gibt es einen archetypischen Dreh- und Druckknopf zur Lautstärkeregelung und zur Navigation, einen An-/Ausschalter sowie eine Antenne, die beim Herausziehen die Radiofunktion aktiviert. Die CD-Funktion wird durch die berührungsempfindliche CD-Schublade bedient. Ein zeilenförmiges LED-Display gibt die wichtigsten Informationen in abstrakter grafischer Form wider. Sämtliche Zusatzfunktionen werden über eine frei programmierbare Fernbedienungsapplikation von einem Smartphone aus bedient.

Aber auch die Ästhetik der alten Geräte wird aktualisiert. Dies geschieht mit Hilfe einer Textilhülle, die sich um die alten, vormals ungeliebten Produkte schmiegt und diese so zu einer abstrakten amorphen Skulptur verschmilzt. Dabei lässt sich das ursprüngliche Aussehen immer noch erahnen, sodass auch der Charakter und die Geschichte der Geräte konserviert werden. Um diese Skulptur optimal zu präsentieren, stehen verschiedene Optionen, wie Wandhalterungen oder Beingestelle zur Verfügung.

 

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